Die Rechtsprechung kennt zahlreiche Schadenbeispiele für Managerhaftung


Gesetz Haftung D&O-Versicherung

 

Bei "GmbH in Gründung“ haftet der Handelnde für Verbindlichkeiten der GmbH persönlich (§ 11 GmbHG)

 

Der Geschäftsführer haftet im Innenverhältnis bei Pflichtverletzungen mit seinem Privatvermögen unbegrenzt (§ 43 GmbHG, Verstoß gegen die Sorgfalt eines ordentlichen Geschäftsmannes). Auslöser kann sein:

  • ein Vertrauensbruch bzw. Verletzung von Geheimhaltungspflichten (§ 85 GmbHG)
  • eine Nachlässigkeit (z.B. nicht ordnungsmäßige Buchführung der Gesellschaft § 41 GmbHG)
  • ein Irrtum (z.B. Kalkulationsfehler) bzw. eine irreführende Äußerung (z.B. wirtschaftliche Beurteilungen)
  • Handlungen gegen den ausdrücklichen Willen der Gesellschafter (§§ 677 ff. BGB)
  • Schädigung des Stammkapitals der Firma (GmbHG § 9 / 9a Einlagen; § 30/31/43a Auszahlungssperre)

Haftungstatbestände des Geschäftsführers im Außenverhältnis

  • Verspätete Stellung eines Insolvenzantrages (§ 43 / 64 GmbHG) mit Gläubigerbegünstigung
  • Verspätete oder nicht korrekte Abführung von Steuern oder Sozialversicherungsbeiträgen

 



Schadenbeispiele D&O-Versicherung

 

Haftung im Außenverhältnis gegenüber Dritten, denen ein finanzieller Schaden entstanden ist

  • Unter Verstoß gegen § 4 Abs. 2 GmbHG mit einer Firma ohne den gesetzlich vorgeschriebenen Zusatz GmbH zeichnen
  • Unterlassung dafür zu sorgen, dass die vom Unternehmen genutzten Allgemeinen Geschäftsbedingungen zueinander passen
  • Durch unwahre Aussagen gegenüber Geschäftspartnern wird in besonderem Maße persönliches Vertrauen aufgebaut, welches dann verletzt und dem Geschäftspartner dadurch einen Schaden zugefügt wird
  • Gegenüber Geschäftspartnern wird nicht auf die mögliche Zahlungsunfähigkeit bzw. Überschuldung der Gesellschaft hingewiesen

Haftung im Außenverhältnis gegenüber Staat und Sozialversicherungsträgern

  • Verkürzung des Steueranspruch des Staates durch Verzögerung des Zeitpunkts, in dem das Finanzamt die Höhe des Steueranspruchs feststellen konnte
  • Nicht-Abführung von einbehaltenen Sozialversicherungsbeiträgen der Mitarbeiter

Haftung für  Vermögensschäden gegenüber der Gesellschaft im Innenverhältnis

  • Versehentliche Verjährung von Forderungen
  • Behördlichen Betriebsstilllegungen wegen nicht unzureichender betrieblicher Schutzkonzepte (z.B. behördliche Brandschutzauflagen, Corona)
  • Nichteinholung qualifizierten externen Rats bei komplizierten Vertragsgestaltungen ohne ausreichende eigene Sachkunde
  • Bestellung eines sich später als ungeeignet herausstellenden Geräts, obwohl die Gesellschaft zunächst das Gutachten eines Sachverständigen abwarten wollte
  • Erwerb einer ungeeigneten EDV – Anlage aufgrund unzureichenden Erkundigungen mit Bedarf an erhebliche Nachbesserungen
  • Auswahl eines günstigeren, aber nicht zuverlässigen Zulieferers mit der Folge einer überteuerten Ersatzbeschaffung von Halbfabrikaten
  • Nachlässigkeiten beim Kauf oder Verkauf von Beteiligungen
  • Falsche Anweisungen an Tochtergesellschaften
  • Herstellung von Werbematerial, das wegen Wettbewerbswidrigkeit nicht verwendet werden kann

Haftung des Geschäftsführers bei Insolvenztatbeständen

  • Unterlassung der Anzeige einer eingetretenen Zahlungsunfähigkeit
  • Nicht rechtzeitige Stellung des Insolvenzantrags
  • Unterlassung der Antragstellung auf Anordnung des Schutzschirmverfahrens beim Insolvenzgericht bei drohender Zahlungsunfähigkeit
  • Unterlassung der Antragstellung auf Eigenverwaltung wegen drohender Zahlungsunfähigkeit und/oder Überschuldung stellt
  • Keine fristgemäßes Vorlegen einer Bescheinigung eines in Insolvenzsachen erfahrenen Beraters über drohende Zahlungsunfähigkeit und/oder Vorliegen der Überschuldung